Ein Anruf gestern von Klaus Zipfel, Leiter der Feuerwehrtauchgruppe Zeulenroda in der OTZ-Redaktion: "Wir haben soeben einen besonderen Fund vom Grund der Talsperre Zeulenroda geborgen." Es handelte sich um eine Reisetasche, die prall gefüllt war mit Autokennzeichen - vornehmlich von im Landkreis Greiz bzw. im Vogtland zugelassenen Fahrzeugen.
Klaus Zipfel und sein Kollege Sören Heinrich mussten dabei in eine Tiefe von 22 Metern hinabtauchen. Die Wassertemperatur beträgt auf dem Grund der Talsperre sechs Grad und die Sicht gerade mal anderthalb Meter - mit Scheinwerfer. Denn ab zehn Meter Tiefe ist der See schwarz wie die Nacht. Es habe große Anstrengungen gekostet, die Tasche ans Tageslicht zu fördern, denn deren Gewicht wird auf 22 Kilo geschätzt. Die Taucher hatten nach einem Hinweis gezielt nach den Kennzeichen gesucht und waren unter der Brücke in der Nähe des mittleren Brückenpfeilers fündig geworden.
Die Polizei hat die Tasche mit den Kennzeichen für die weiteren Ermittlungen von den Tauchern in Empfang genommen.
Quelle: Volkmar Fischer für OTZ; Onlineausgabe vom 25.11.2007
Zu einem Kontrolltauchgang stiegen gestern Kameraden der Tauchergruppe der Zeulenrodaer Feuerwehr ins Talsperrenwasser. Klaus Zipfel (links) und Olaf Werner suchten im Bereich der Brücke von der Quingenberger Seite aus bis zur Mitte. Diesmal konnten sie allerdings keine über die Brücke geworfenen Gegenstände orten. Dafür bekamen sie jede Menge Fische vor ihre Unterwasserlampe. In der Tiefe bei "warmen" fünf Grad hielten sich Welse, Barsche und Hechte auf. Ein Hecht konnte sogar von seinem Blinker befreit werden, der ihn an einem Ast festhielt. Besonders erfreulich war es für die Kameraden, dass sie auf dem Grund der Talsperre erstmals einen Deutschen Edelkrebs zu Gesicht bekamen. Das zeugt von der guten Wasserqualität des Zeulenrodaer Meeres. (Quelle OTZ; Ausgabe 2005-12-22)
Nachdem die Feuerwehrtaucher vor 14 Tagen bereits in der Vorsperre unter Wasser gegangen waren und dort im Raum Schleiz gestohlene Sauerstoff- und Stickstoffflaschen zu Tage beförderten, waren sie gestern Vormittag schon wieder im Bereich der Vorsperre im Einsatz.
Im Einlaufbecken waren Kraftfahrzeugteile, wie Lenkrad und Räder zu sehen und man vermutete, das sich im Tosbecken auf der anderen Seite noch mehr finden lässt. Klaus Zipfel, der Leiter der Tauchergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Zeulenroda, und Olaf Werner stiegen ins Wasser und 30 Minuten waren von ihnen nur Luftblasen an der Wasseroberfläche zu sehen. Als sie dann wieder den Fluten entstiegen, die mit 0,3 Grad immer noch eine höhere Temperatur hatten, als am Ufer bei knapp unter Null Grad, hatten sie zwar nichts außer ein paar Blinkern für die Angler mitgebracht, aber dafür viel zu erzählen.
Klaus Zipfel hatte die Unterwasser-Videokamera mitgenommen und bei ausgezeichneter Sich den baulichen Zustand des Tosbeckens und des Grundablasses gefilmt. Um an diesen Grundablass der Vorsperre zu gelangen, mussten sie durch einen Tunnel, der unterhalb der Straße verläuft, tauchen. Solche Tauchgänge sind nur durch eine spezielle Ausbildung möglich und dürfen nicht allein von einem Taucher durchgeführt werden. Dazu ist das Tauchen mit Signalleine vorgeschrieben. Der Videofilm wird nun der Talsperrenmeisterei zur Auswertung übergeben.
Ansonsten hatten Klaus Zipfel und Olaf Werner im 3,5 Meter tiefen Becken jede Menge prächtiger Fische zu Gesicht bekommen, die sich dort aufhielten, um Sauerstoff zu tanken. Aber Helmut Grätz, Chef des Vereins der Zeulenrodaer Sportfischer 1955, der mit vor Ort war, warnte: "An dieser Stelle ist es streng verboten, die Angel auszuwerfen, denn es handelt sich um eine wasserbauliche Anlage, an der Fischen untersagt ist." Allein in diesem Jahr wurde wie Grätz erläuterte, schon zehn Angelkarten eingezogen, weil dies nicht beachtet wurde. Auch Staumeister Karl-Heinz Räsch konnte zufrieden sein, da diesmal alles in Ordnung war. Er dankte den Kameraden für die Bereitschaft, auch bei solchen Temperaturen ins Wasser zu steigen, um für Ordnung und Sicherheit zu sorgen.
Quelle: OTZ/KS; Ausgabe 2005-12-01