Am Samstag den 9. September 2006 hieß es für die Zeulenrodaer Kameraden kurz nach dem Mittagessen "auf zum Brandeinsatz in das eigene Gerätehaus". Eine sorgfältig ausgearbeitete Übung stand anlässlich der gerade stattfindenden Wochenendschulung auf dem Programm. Unter der Führung des Kameraden Stefan Rüdiger startete der erweiterte Löschzug der Stützpunktfeuerwehr aus dem Schullandheim im Schwarzbachgrund zum Einsatzobjekt. Angenommen wurde ein Brand im Hallenbereich des hinteren Anbaus, mit einem Feuerdurchbruch in die darüber liegenden Clubräume. Drei Personen wurden vermisst.
Bereits kurz nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte starteten die ersten Trupps zum Innenangriff in die mit künstlichem Nebel stark verqualmten Räumlichkeiten. Zwei Minuten später wurden schon zwei der vermissten Personen einer Sanitätsmannschaft übergeben und von dieser versorgt. Weitere Kameraden stellten inzwischen eine stabile Löschwasserversorgung her und die Mannschaft der Drehleiter übernahm aus luftiger Höhe die Abschirmung zum Hauptgebäude der Feuerwache. Sechs Minuten nach dem Eintreffen wurde auch die letzte noch vermisste Person entdeckt und durch zwei Trupps geborgen.
Das gesamte Einsatzgeschehen war sehr gut strukturiert. Die einzelnen Trupps arbeiteten teamorientiert und effektiv, die Gruppenführer hatten ihre Mannschaft stets im Griff und die Einsatzleitung war unter der Führung von Kamerad Rüdiger perfekt organisiert.
Gegen 15 Uhr ertönten im Zeulenroda-Triebeser Stadtteil Niederböhmersdorf die Sirenen. Die Rettungsleitstelle Gera alarmierte die Wehr anlässlich Ihrer Ganztagsschulung zu einem angenommenen Brand im eigenen Gerätehaus. Zeitgleich wurden Kameraden aus Triebes und der Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda zum Einsatz alarmiert.
Das Hauptaugenmerk der Übung stand auf einer stabilen Löschwasserversorgung, da diese in der Ortslage nur schwer herzustellen ist. Die ortsansässige Wehr übernahm mit ihrem Kleinlöschfahrzeug KLF-Th die Brandbekämpfung am Einsatzobjekt. Dabei nutzte die Einsatzstaffel das örtliche Hydrantennetz für den ersten Löschangriff.
Da die örtliche Löschwasserversorgung aus dem Nydrantennetz für eine derartige Brandbekämpfung nicht ausreicht, mussten die Kameraden aus Zeulenroda und Triebes die erforderliche Wassermenge aus einem über ein Kilometer entfernten Teich zuführen. Dazu rückten die beiden Wehren mit einem Löschzug Wasser, bestehend aus zwei Löschgruppenfahrzeugen LF16-TS, an. Die Zeulenrodaer Kameraden legten mit Ihrem Fahrzeug die erste Teilstrecke vom Badeteich in Richtung Einsatzobjekt. Parallel dazu kümmerten sich die Triebeser um die restliche Strecke.
Aufgrund der weiten Distanz und des an Höhe zunehmenden Geländes mussten zwei Verstärkerkraftspritzen (Pumpen) in genau berechneten Abständen in der langen Schlauchleitung positioniert werden. Nur so konnte ein ausreichend starker Druck am Einsatzobjekt garantiert werden.
Die Löschwasserversorgung über lange Wegstrecken erfordert von den einzelnen Kameraden, speziell von den Pumpenmaschinisten ein sehr feinfühliges Steuern der Pumpen, daher gilt diese Form der Wasserversorgung auch als sehr anspruchsvoll. Die Maschinisten müssen sich untereinander abstimmen, damit der Eingangs- und Ausgangsdruck der einzelnen Pumpen passen und es nicht zu Schlauchplatzern kommt. Ein weiterer Teil der Mannschaft ist im Laufe des Einsatzgeschehens damit beschäftigt die Schlauchleitung zu überwachen. Bei der Vielzahl der Schläuche kann es schon mal vorkommen, dass der ein oder andere Schlauch seinen Geist aufgibt. Schlauchplatzer können die gesamte Wasserversorgung für eine gewisse Zeit lahm legen. Dies kann für die Trupps am und im Einsatzobjekt gravierende Folgen haben. Daher müssen die Kameraden bei der Schlauchwache schnell handeln und das defekte Schlauchmaterial austauschen.
Zum Schluss der Übung konnte die Übungsleiten ein recht positives Resümee ziehen. Die Löschwasserversorgung hat zwar etwas gedauert, das Gelände und die einzelnen Umstände ließen aber keine besseren Zeiten zu. Und am Ende stand eine äußerst stabile Löschwasserversorgung. Nach der kräftezehrenden Arbeit und dem Abbau aller Geräte und Schlauchleitungen konnten sich die eingesetzten Einsatzkräfte durch einen Reichhaltigen Imbiss mit Thüringer Rostern und Rostbräteln wieder stärken.
Parallel zu diesem Übungsablauf testete die Einsatzleitung die Kommunikation über das neue TETRA-Funksystem im Direktmodus. Die Schlussfolgerungen dazu sind ebenfalls in unseren Berichten zu finden.
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