Mühlenpokal auf hohem Niveau2007-08-04 | >>40 Feuerwehrsport-Teams kämpfen in Stelzendorf um Hundertstel Sekunden beim 10. Mühlenpokal
Sportliche Höchstleistungen, präzises Arbeiten im Team waren gefordert beim Feuerwehrsportwettkampf um den 10. Stelzendorfer Mühlenpokal. Und beides lieferten die Teilnehmer gleich im Sekundentakt. René Grunwald, Wehrleiter und Mannschaftsleiter der Wittgendorfer, brachte es auf den Punkt: "Die Messlatte ist sehr hoch. Die stetige Steigerung in den vergangenen Jahren ist bedingt durch intensives Training, eine hochwertigere Ausrüstung, enorme Motivation und natürlich auch jede Menge Spaß. Wir kommen sehr gern nach Stelzendorf, es ist hier eine angenehme Atmosphäre." Er weiß, dass der Feuerwehrsport unter Laien als eine verrückte Sportart bezeichnet wird, die aber den positiven Nebeneffekt habe, den jungen Leuten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu geben, sie für die sportliche Betätigung und die Feuerwehr zu begeistern. Die Wittgendorfer Männermannschaft, die gleichzeitig Titelverteidiger des Thüringen-Cups ist, ergatterte am Sonnabend in Stelzendorf einen zweiten Platz. Sie trennte vom Siegertreppechen lediglich 0,5 Sekunden. Das erklomm der amtierende Landesmeister aus Sachsen-Anhalt, Nudersdorf. In der Punktewertung im Thüringen-Cup belegen die Kameraden aus Wittgendorf aber nun den ersten Platz.
Auch die Thüringer Landesmeister der Frauen, die Stelzendorfer Kameradinnen, haben einmal mehr ihr Können unter Beweis gestellt und sicherten sich mit einer Wettkampfzeit von 32,41 Sekunden den ersten Platz.
40 Mannschaften aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kamen zum Turnier um den 10. Mühlenpokal nach Stelzendorf. Die größte Feuerwehrsportveranstaltung des Freistaates ist gleichzeitig dritter Wertungslauf für den Thüringer Feuerwehrcup. Waren es vor zehn Jahren 20 Teams, die an den Start gingen, wurden am Sonnabend 40 Mannschaften gezählt. Jährlich steigerte sich die Zahl der Teilnehmer, weiß Norbert Daßler, Vorsitzender des organisierenden Feuerwehrvereins Stelzendorf.
Zwischen gut 25 und knapp 50 Sekunden benötigen die aus jeweils sieben Kameradinnen und Kameraden bestehenden Feuerwehrsportler für die rund 80 Meter lange Wettkampfstrecke, die zehn Meter Anlauf, das Ankuppeln der drei B- und vier C-Schläuche, das Anwerfen der Motorpumpe mit ihren 70 PS und das zielgenaue Spritzen. Kampfrichter beobachten dabei alles: die Vorbereitungsphase von drei Minuten, die Anzugsordnung, sie überprüfen das Verlegen der Schläuche und, und, und. Während die Kameraden aus dem tschechischen Tlucna mit Rasierschaum die Kupplungen präparierten, griffen viele hiesige Kameraden auf Fett als Schmiermittel zurück.
Neu im Jubiläumsjahr war, dass die Gastgeber die Pumpen, die mit einem Rosenbauer-Fox-Motor ausgestattet sind, für die teilnehmenden Mannschaften vorhielten. Dafür stellten Feuerwehren aus dem Saale-Orla-Kreis ihre Pumpen zur Verfügung, und die Stelzendorfer Pumpe stand natürlich auch bereit, sodass die Kameraden ohne großen Aufwand zum Wettkampf anreisen konnten. Und so ließen sich auch die Kameraden aus Lawalde bei Zittau eine Teilnahme nicht entgehen, auch wenn sie sich dafür bereits um vier Uhr aus den Betten quälen mussten. Die Kameraden aus Tlucna, die seit 2005 dabei sind, und die Zeulenrodaer Partnerwehr Nyrany reisten bereits am Freitagabend an. Eine besondere Ehrung erwartete das Team der Feuerwehrsportler aus Zadelsdorf. Denn sie sind vom ersten Mühlenpokal an stets dabei. Aber auch für alle anderen gab´s ein Jubiläums-Geschenk: Eine auf Schiefer montierte Uhr.
Quelle: Heidi Henze; OTZ-Onlineausgabe vom 5. August 2007
Fotostrecke der OTZ:
Unsere Bilder sind noch in Bearbeitung. Bei der Ostthüringer Zeitung ist aber eine interessante Fotostrecke zu sehen.
Bilderserie der OTZ
Auch bei der Organisation geht´s Hand in Hand2007-08-04 | >>Auf tolle Unterstützung der Stelzendorfer können die Feuerwehr- Vereinsmitglieder bauen
Wohl kaum ein Haushalt in dem 220 Seelen zählenden Zeulenrodaer Ortsteil Stelzendorf war am vergangenen Wochenende nicht an den Vorbereitungen, der Organisation und Durchführung des Feuerwehrsportkampfes um den 10. Mühlenpokal beteiligt. 42 Feuerwehrangehörige können in Stelzendorf gezählt werden. Noch ein paar mehr gehören dem Feuerwehrverein an.
Schon in der vergangenen Woche wurde die eigentliche Pferdekoppel des Reiterhofes für den Wettkampftag präpariert. Viele Helfer packten mit an, um zum 10. Mühlenpokal-Wettkampf beste Voraussetzungen zu garantieren. So lief dann auch alles wie am Schnürchen. Kurz nach neun Uhr gab das Team um Stadtbrandinspektor Frank Tschochner den Startschuss für die ersten Teams. Die Kampfrichter beobachteten das gesamte Geschehen peinlich genau, die Zeitmessung übernahmen Stelzendorfer ebenso wie die Erfassung. Am Ende lag man, obwohl 40 Mannschaften teilnahmen, sehr gut im Zeitplan.
Der sich traditionell anschließende Gaudi-Wettkampf konnte so schneller als die Jahre zuvor auf dem Dorfteich über die Bühne gehen. Damit dann punkt 16 Uhr die Mannschaften Aufstellung zur Siegerehrung nehmen konnten, hatten in den Stunden zuvor zahlreiche Helfer fleißig gewirbelt. Es wurden Urkunden für alle Teams geschrieben, die Ergebnisse ausgerechnet und die Ehrungen vorbereitet. Bereits im Vorfeld wurden Ehrengeschenke zum Jubiläum hergestellt: 45 Uhren auf einer Schieferplatte mit der Aufschrift "10. Mühlenpokal Stelzendorf".
Auch um die Versorgung kümmerten sich fast ausschließlich die Stelzendorfer. 500 Rostbrätl, 450 Roster, 150 Portionen Soljanka und 100 Portionen Chinapfanne standen bereit. Für die Röhrendetscher stellten die Frauen 50 Kilo Teig her und hatten zudem noch insgesamt 16 Kuchen gebacken.
Quelle: Heidi Henze; OTZ-Onlineausgabe vom 5. August 2007
Höchstleistungen am Schlauch beim 9. Mühlenpokal in Stelzendorf
2006-07-08 | >>Kampf und Spaß bei Thüringens größter Feuerwehrsportveranstaltung in Stelzendorf am 8. Juli 2006
So beschaulich wie es der Name "Mühlenpokal" vermuten lässt, geht es beim Stelzendorfer Feuerwehrwettkampf keineswegs zu. Hier wird um Liter und Sekunden gekämpft, jedes Rennen penibel vorbereitet und dann das Letzte aus sich herausgeholt. Nicht weniger als 50 Siebener-Trupps - so viele wie noch nie - traten am Sonnabend bei Thüringens größter Feuerwehrsportveranstaltung auf der Wiese hinterm Dorf an, die durchaus den Namen "Sankt-Florians-Stadion" verdient hätte.
350 männliche und weibliche Lösch-Angreifer sowie weitere rund 150 Helfer - ob Mannschaftsbetreuer, Schiedsrichter, Wasser- oder Gastronomieversorger - bevölkerten den leicht abschüssigen Platz, Zuschauer nicht mitgezählt. Von 9.30 Uhr bis 15 Uhr ging es bei der nunmehr neunten Auflage des Pokalwettbewerbs nicht nur in vier verschiedenen Kategorien um die Mühlen-Trophäe, sondern für 15 Männer- und acht Frauenteams auch noch um wertvolle Zähler im Thüringer Feuerwehrcup. Mit dem hatten die späteren Sieger der Hauptkategorie "neue Tragkraftspritze" (27 Mannschaften) zum Glück nichts zu tun. Die Kameraden der Stelzendorfer Partner-Wehr aus Tlucna (Tschechien) waren mit ihren 25,09 Sekunden nicht zu toppen. Auch wenn ihnen auf Rang zwei die Rand-Saalfelder von Wittgendorf I, die Führenden im Thüringen-Cup, mit 25,89 Sekunden dicht auf den Fersen waren. Rang drei ging an Tüttleben (27,40 Sekunden) vor den Mitfavoriten Frienstedt und Tröchtelborn.
Während in der Kategorie "alte Tragkraftspritze" Bermbach (31,64 Sekunden) siegte, das beste Jugendteam aus Zedlitz (34,29 Sekunden) kam und auch die Stelzendorfer Frauen souverän ihrer Favoritenrolle gerecht wurden (31,42 Sekunden), landeten ihre Männer mit 29,17 Sekunden nur auf Rang zehn. Die Doppelbelastung war einfach zu groß, schätzt auch Organisationsleiter Norbert Daßler. "In einem 80-Einwohner-Ort Gastgeber und Mitkämpfer zu sein - da haben manche Leute verdammt viel zu tun", weiß der Vorsitzende des Feuerwehrvereins aus eigener Erfahrung. Bis gestern Nachmittag dauerte die Nachbereitung des Spektakels, mit dessen Verlauf die Stelzendorfer vollauf zufrieden sind. "Diese hohe Anzahl der Mannschaften zu bewältigen, war eine Schwierigkeit", sagt Norbert Daßler. Er ist begeistert von der Organisation der eigenen Leute und der Disziplin der Wettkämpfer, mit deren Hilfe es gelang, die 50 Doppelläufe in nur fünf Stunden durchzuziehen, wo dafür doch sonst sieben nötig sind. Da konnte auch die kleine Panne am Nachmittag - ein Batteriedefekt an der Signalanlage der Füllbehälter - nicht für Unruhe sorgen. Lob ebenso von Teilnehmern: "Organisation prima, Wettkampf einwandfrei", macht es Winfried Neubert, Mannschaftsbetreuer der FFW Marolterode, kurz und bündig. "Wir sind zum dritten Mal da, und es gefällt uns wieder sehr", schloss sich Josef Filip, Feuerwehrchef aus Tlucna, an. Die Sieger trainieren zu Hause zweimal wöchentlich. "Eine gute Mannschaft mit schnellen Läufern", so Filip über das Erfolgsgeheimnis.
Den Triumph im anschließenden Gaudi-Wettkampf auf dem Dorfteich fuhr nach vier Läufen Remptendorf ein. Nach einem gemütlichen Ausklang am Abend mit den Kameraden aus Tlucna, von der Zeulenrodaer Partnerfeuerwehr Nirany (ebenfalls Tschechien) sowie aus Burkersdorf und Bermbach war der IX. Mühlenpokal dann gestern nach einem gemeinsamen Frühstück endgültig Geschichte.
Quelle: Onlineausgabe OTZ; von Steffen Beikirch; 2006-07-09
09.07.2006
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