Die Zeiten, in denen die Stelzendorfer Feuerwehr-Wettkampfmannschaft bis nach Altenburg fahren musste, um eine der Disziplinen für den Deutschland-Cup trainieren zu können, gehören nun endgültig der Vergangenheit an. Denn die Feuerwehr-Sportler der Freiwilligen Feuerwehr Stelzendorf sind stolze Besitzer eines Hakenleiterturms, an dem die Männer der Mannschaft zukünftig das Hakenleiter steigen trainieren können.
Diese Disziplin zählt zu den geforderten Sportarten der insgesamt vier Cup-Läufe im Feuerwehrwettkampf. Die Stelzendorfer Feuerwehrsportler nehmen erfolgreich an den Wettkämpfen auf Landes- und Bundesebene teil.
Bisher hatten die Kameraden kaum Möglichkeiten, diese Sportart zu trainieren oder sie mussten sich, wie eingangs erwähnt, auf den Weg nach Altenburg machen. Seit zwei Jahren bemühen sich die Feuerwehrsportler des Feuerwehrvereins Stelzendorfer um eine eigene Übungsstätte, bis sie nun in Köthen (Sachen-Anhalt) endlich auf Erfolg stießen. "Der dortige 14 Meter hohe Turm wurde abgebaut und im Zeulenrodaer Waldstadion auf ein festes Fundament nach grundhafter Sanierung wieder aufgebaut", erzählt Norbert Daßler von der Stelzendorfer Freiwilligen Feuerwehr.
Nachdem auch eine Baugenehmigung eingeholt worden war, bemühten sich die Feuerwehrmänner um die Vorbereitungen und den Aufbau, während die Frauen selbst den Himmelfahrtstag dazu nutzten, um der Holzverkleidung einen ansehnlichen Farbanstrich zu verpassen. Der neu sanierte Hakenleiterturm weist am letzten Fensterbrett eine Höhe von rund zehn Metern auf und misst insgesamt 14 Meter. Auf den drei Laufbahnen kann gleichzeitig trainiert werden.
Norbert Daßler bedankt sich im Namen der Sportler bei den Verantwortlichen des FC Motor Zeulenroda für die Bereitstellung eines Platzes. Der Dank gilt auch der Stadt Zeulenroda-Triebes und dem Landkreis Greiz für die Unterstützung.
Um das Training aufnehmen zu können, wollen die Stelzendorfer noch eine Sandgrube bauen. Nach Fertigstellung des Hakenleiterturms wollen sich die Stelzendorfer um einen, von insgesamt jährlich vier Deutschen Cup-Läufen im Zeulenrodaer Waldstadion bemühen.
Von Heidi Henze; OTZ-Onlineausgabe; 2007-06-12
Beim 1. Lauf zum Thüringer Feuerwehrcup im Löschangriff 2007 in Marolterode erkämpften sich mit sehenswerten Leistungen beide Stelzendorfer Teams den Sieg. Dabei hatte die favorisierte Frauenmannschaft an diesem Tag den Ausfall ihrer erfahrenen Maschinistin zu kompensieren. Ließ dieser Umstand noch leichte Zweifel am erfolgreichen Abschneiden aufkommen, fegte eine auf dieser Position ersatzweise agierende Annett Porst alle Bedenken zur Seite. Ehrgeizig und couragiert stellte sie nach doppelter Babypause die Rückkehr zu ihrer alten Leistungsstärke unter Beweis.
Nach einer mehr oder weniger mäßigen Saison 2006 und dem mißglückten Auftakt beim Deutschlandcup in Mecklenburg ? Vorpommern konnten endlich wieder die Stelzendorfer Männer die Spitzenteams dieser Feuerwehrsportdisziplin in die Schranken weißen. Das perfekt arbeitende Saugschlauchteam T. Böttger / M. Zschach, sowie der glänzend aufgelegte Maschinist J. Feustel, trieben das Wasser kompromißlos nach vorn und so ihre Mannschaft zum verdienten Sieg.
Bleibt zu hoffen, dass beide Teams auch am kommenden Wochenende beim 2. Lauf zum Deutschlandcup in Altenburg weiter auf Erfolgskurs bleiben.
Bilder zum Wettkampf
Ergebnisse: Thüringer Feuerwehrcup im Löschangriff (1. Lauf) Männer
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Platz
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Mannschaft
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Zeit in Sek.
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Punkte
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1
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Stelzendorf (GRZ)
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25,10
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10
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2
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Wittgendorf I (SR)
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25,84
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8
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3
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Zella (UH)
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25,96
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6
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Ergebnisse: Thüringer Feuerwehrcup im Löschangriff (1. Lauf) Frauen
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Platz
|
Mannschaft
|
Zeit in Sek.
|
Punkte
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1
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Stelzendorf (GRZ)
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25,10
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32,03
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2
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Vehra (SÖM)
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33,21
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8
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3
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Zedlitz (GRZ)
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36,21
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6
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Halle 2004 war ein herber Rückschlag. "Wir hatten die Hosen voll", erinnert sich Sindy Dwars. Der Druck sei einfach enorm gewesen, ergänzt Kerstin Hübschmann. Vor zwei Jahren wurden den zwölf Feuerwehrsportlerinnen zwischen 17 und 32 Jahren aus Stelzendorf erstmals ihre Grenzen aufgezeigt. Sie waren als einziges Thüringer Dorf zu den Deutschen Meisterschaften gereist. Dort erwarteten sie 1000 Teilnehmer, ein Fahneneinmarsch und das Singen der Nationalhymne. Die Stelzendorfer waren perplex. Und mit Platz zehn in der Gesamtwertung schlitterten sie völlig an ihrem Leistungsvermögen vorbei.
"So konnte es nicht weiter gehen", sagte Trainer Norbert Daßler im Rückblick. Statt vier Jahre auf die nächste Meisterschaft zu warten, nahmen die Stelzendorferinnen danach an den jährlichen Deutschland-Cups teil - vergleichbar mit Läufen zur Motorsportmeisterschaft. Die Teilnahme ist hart. Alle Disziplinen (Löschangriff, Hindernislauf, Gruppenstafette und Hindernisstaffel) müssen die Frauen an einem Tag absolvieren. Doch eins einte die Feuerwehr-Sportlerinnen: Die Deutsche Meisterschaft 2008 in Böblingen. Dort soll geklotzt und nicht gekleckert werden. "Ein paar Edelmetalle würden schon reichen", umreißt Norbert Daßler das durchaus anspruchsvolle Ziel.
Ganz unbegründet ist es nicht. Sportlich ging es bisher fast nur nach oben. Seit der Gründung 1997 rannten die Feuerwehrdamen beim Löschangriff von Sieg zu Sieg. Kreismeister, Ostthüringenmeister und 2001 Landesmeister. Ihre Zeiten für einen Löschangriff sanken dabei von einer Minute auf 30 Sekunden.
Und nach dem Rückfall in Halle kamen auch Ende des vergangenen Jahr wieder die ersten Erfolge: Erste Plätze beim Deutschland-Cup im Löschangriff und in der Gruppenstafette. Und 2006 dann der Durchbruch: Sieger beim Löschangriff im Thüringen-Cup und nach einem wahren Herzschlagfinale völlig überraschend zweitbeste deutsche Frauenmannschaft im Feuerwehrsport. Der Jubel über den größten Erfolg des thüringischen Feuerwehrsports bei den Frauen war riesig. Und das Loch nach der Saison ebenso.
"Wir wussten zunächst gar nicht, was wir an den ersten freien Sonnabenden machen sollten", erzählte Sissy Daßler. Doch stehen im Winter wieder Schneeballschlachten, Schlittschuhläufe und Waikiki-Ausflüge auf dem Programm. Das Training organisieren die Frauen selbst, die als Lehrer, Kurierfahrer, Lackierer oder Koch arbeiten, studieren oder eine Ausbildung machen. Einige in Bayern und in Sachsen-Anhalt. Zum Wochenende treffen sie sich zum Wettkampf, manche machen am Freitag extra Urlaub. "Es ist ein Hobby", sagte Sissy Daßler. Aber für ein anderes bleibe keine Zeit mehr.
Obwohl die Frauen im Schnitt drei Stunden jede Woche trainieren, betonte Norbert Daßler: "Die sportliche Vorbereitung ist wichtig, doch vor allem das Team reißt es heraus." Und das war für den 40-Jährigen der Grund, weshalb Stelzendorf beim Deutschland-Cup 2006 sogar den meisten Landesauswahl-Teams überlegen war.
Es gibt noch einen anderen: Den Trainer. Auf ihn lassen die Frauen nichts kommen, auch wenn der Familienvater abwehrt. Vergeblich! "Er ist unser Held und Prellbock", sagte Kerstin Hübschmann. "Nur wegen ihm gibt es die Mannschaft", ergänzte Nadine Porst. Und das unter erschwerten Bedingungen. Denn eines ist den Stelzendorferinnen klar. So viele Frauen auf einem Haufen, das ist wirklich nicht einfach. Das zeigte sich im Krisenjahr 2000. Da ging es auch um "Zickenkrieg", wird in die Runde geworfen. Doch der Trainer schaffte es, ein Team zu bilden und Vertrauen wieder aufzubauen. Und wie das gelang. Manch eine der Feuerwehrfrauen hatte ihm sogar die eigene Schwangerschaft anvertraut - noch vor Freund und Chef.Es ist ein Hobby. Aber für ein anderes bleibt keine Zeit mehr.
Sissy Daßler von den Stelzendorfer Feuerwehrfrauen
Quelle: OTZ-Onlineausgabe von Robert Mailbeck, Ausgabe 24.10.2006