Seite: | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | Brandschutz muss erheblich aufstocken2009-08-24 | >>Feuerwehrverordnung fordert Investitionen
Die neue Thüringer Feuerwehr-Organisationsverordnung zwingt auch die Doppelstadt zum Handeln. Nächste Woche Mittwoch soll der Stadtrat die Risikobewertung für Zeulenroda-Triebes und alle Ortsteile bestätigen. Damit verknüpft sind Neu- und Ersatzbeschaffungen von Feuerwehrtechnik, die bis 2018 Investitionen von etwa 1,25 Millionen Euro erfordern. Davon hätte die Stadt knapp 827 000 Euro allein zu schultern.
Die Einstufung in Risikoklassen hängt vom Gebäudebestand und den Nutzungsarten im jeweiligen Ort ab. Aus dieser Bewertung ergibt sich die Verpflichtung für die Stadt, einen Mindestbedarf an Fahrzeugen und Sonderausstattung vorzuhalten. Die örtliche Feuerwehr-Führungsebene und die Stadtverwaltung haben bereits eine mittelfristige Planung erarbeitet, um die nötigen Neu- oder Ersatzkäufe auch sinnvoll auf die nächsten Jahre zu strecken.
Der Anfang ist für 2011 vorgesehen - mit einem Staffellöschfahrzeug für Pahren, das als Ersatz für den altersschwachen LO von 1982 kommt. Kostenpunkt: rund 180.000 Euro. Ein Jahr später sollen die Zeulenrodaer Feuerwehrtaucher für jeweils 25.000 Euro ein Einsatzfahrzeug und ein Boot erhalten. 2013 wäre die Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda mit einem Hilfeleistungslöschfahrzeug für zirka 350.000 Euro dran, wobei wegen der übergreifenden Bedeutung der Wehr das Land und der Landkreis hier mitfinanzieren. 2014 soll ein gemeinsamer Feuerwehrstützpunkt für Läwitz und Förthen entstehen, was sich durch die räumliche Nähe beider Ortsteile und die aktuelle Personalschwäche anbietet. Kosten: etwa eine Viertelmillion. In den Folgejahren 2015, 2016 und 2018 sind Fahrzeugersatzbeschaffungen in Niederböhmersdorf, Stelzendorf und Weckersdorf ins Auge gefasst. Alle drei Wehren sollen ein Tragkraftspritzenlöschfahrzeug-Wasser (TSF-W) für je 140.000 Euro erhalten. Synergieeffekt wäre eine Erst- oder Besserversorgung anderer Ortsteile. Das bisherige Niederböhmersdorfer Kleinlöschfahrzeug könnte nach Läwitz/Förthen wechseln und der B 1000 aus Weckersdorf würde Leitlitz endlich zu einem Auto verhelfen.
In der Vorberatung im Hauptausschuss erkannte Michael Glock (CDU) den enormen Aufwand, der da ins Haus steht. Doch seine Idee, lieber den Stützpunkt Zeulenroda ordentlich aufzustocken, musste Stadtbrandmeister Frank Tschochner ablehnen. Das reicht nicht, um in zehn Minuten an jedem Teil der Doppelstadt zu sein. Herbert Jende (Linke) hätte das Land gern mehr in die Pflicht genommen. Denn die Investitionen würden ja durch dessen Forderungen erst nötig, der Landesanteil an der Finanzierung sei aber eher gering. "Alles, was an Fördermitteln kommt, hilft", entgegnete Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU). Man müsse damit zufrieden sein, denn die Feuerwehr sei nunmal eine Pflichtaufgabe.
Quelle: Steffen Beikirch; OTZ-Onlineausgabe vom 24.08.2009
Penibel geplantes Vergnügen2009-08-23 | >>Zufriedenes Publikum belohnt monatelange Vorbereitung in Mehla
Es schien, als hätten die "Mehl"schen Wettergott Petrus genau pünktlich zum samstäglichen Festtreiben dirigiert. Sonnenschein und doch nicht zu warme Temperaturen - ideale Bedingungen, ein bedeutsames Jubiläum zu begehen: 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr, wenn das mal kein Grund zum Feiern ist.
Einläutung fand das feucht-fröhliche Wochenende am Freitagabend mit einer Filmvorführung und Diaschau, welche die Entwicklung der Feuerwehr Revue passieren und Erinnerungen aufkommen ließen. Kein Wunder, viele der Kameraden sind nicht erst seit gestern dabei und blicken auf viele Einsätze als auch gesellige Momente zurück. So beispielsweise auf die große Fete zum 100-jährigen Bestehen 1984, welche wieder einmal bewies, dass die Feuerwehr großen Anteil am gesellschaftlichen Leben im Dorf leistet.
Zurück in die Gegenwart. Beim Gaudiwettkampf am Samstag - einem Parcours, der Schnelligkeit, Geschick und Teamgeist erforderte - legten sich die heimischen Kameraden sowie Freunde benachbarter Wehren aus Zeulenroda, Langenwolschendorf, Triebes, Hohenleuben, Langenwetzendorf, Dörtendorf und Weißendorf gehörig ins Zeug. Acht Teams und eine illustre Auswahl nicht ganz ernst zu nehmender Spiele, das konnte ja nur heiter werden.
Auch an Kinderunterhaltung sollte es nicht mangeln. Extra für die Kleinen rollte gegen 15 Uhr das Spielmobil an, auch Ballspiele wurden rege genutzt. Die Größeren probierten sich auf der Naturkegelbahn, deren Selbstkonstruktion von wahrem Erfindergeist zeugte.
Wer es weniger sportlich bevorzugte, der konnte es sich mit einem der kulinarischen Angebote gut gehen lassen. Vom deftigen Grillgut über leckeres Eis bis zum Kaffeegedeck - Mühe hat hier keiner gescheut. Besonderer Beliebtheit erfreute sich der Stand der "Kuchenfrauen", deren in Eigenregie zubereitetes Backgut nicht lange auf Käufer wartete.
Für die musikalische Untermalung am Nachmittag sorgten die Merkendorfer Musikanten im Festzelt, die mit Hits wie "Kommt lasst uns feiern die ganze Nacht" aufwarteten. Dieser Ansage folgten die Gäste gern und feierten in Mehl"scher Manier bis weit nach Mitternacht zu den Klängen der Elsterberger Memory-Band.
Es war ein wunderbares Fest, das ohne das Engagement zahlreicher Bürger nicht möglich gewesen wäre. Exemplarisch sind hier die Mitglieder des Sport- und Faschingsvereins zu nennen, die das vielfältige Rahmenprogramm stemmten. Das Gros der Organisation oblag natürlich den Kameraden der Feuerwehr und den Anhängern des gleichnamigen Vereins: Wehrleiter Dieter Swierczek und dessen Stellvertreter Ralf Roßram planten die Feierlichkeit bereits Monate voraus und konnten sich über den hervorragenden Anklang nur glücklich schätzen. Dass ein Ort nicht groß sein muss, um Großes auf die Beine zu stellen, dafür ist Mehla wahrlich ein Paradebeispiel.
Quelle: T. Höch; OTZ-Onlineausgabe vom 23.08.2009
Feuerwehrübung hautnah erlebt2009-07-30 | >>Eine Woche leben wir deutsch-tschechiche Partnerschaft aktiv und bieten unseren Gästen zahlreiche Erlebnisse
Live einen richtigen Feuerwehreinsatz zu erleben, ist auch für die Mädchen und Jungen der Kinder- und Jugendwehren nicht alltäglich. Am Mittwochabend jedenfalls führten die Kameraden der Stützpunktwehr in Zeulenroda eine Übung im Landschulheim in der Zeulenrodaer Pfefferleite durch und die dortigen Gäste, die jungen Kameraden, waren die Hauptakteure. 20 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr waren mit fünf Einsatzfahrzeugen vor Ort. Angenommen wurde ein Brand im Gebäude mit verletzten Personen. Wie Stadtbrandmeister Frank Tschochner mitteilte, wurde nicht nur die Einsatzbereitschaft der Kameraden getestet, sondern die Gästen der befreundeten Partnerwehr aus dem tschechischen Nyrany, die zurzeit auf Einladung der hiesigen Feuerwehr im Schullandheim eine Woche verbringen, bekamen gleich noch einen kleinen Einblick in die Arbeit und die Technik der Zeulenrodaer.
Bis zum Sonnabend wird im Schullandheim Partnerschaft aktiv gelebt. Im Jugendcamp treffen sich 51 Mädchen und Jungen aus Nyrani (Tschechische Partnerfeuerwehr) und die jungen Kameraden aus Zeulenroda. Während die Erwachsenen einen Dolmetscher zur Seite haben, klappt die Verständigung der jungen Feuerwehrleute ganz unkompliziert.
Während zahlreicher Veranstaltungen, die sich nicht alle um die Feuerwehr drehen, lernen sie sich näher kennen. Sei es beim Baden oder beim Pizzabacken, beim Hindernislauf, wo auf dem Parcours auch Fragen zur Feuerwehr beantwortet werden mussten, beim Ausflug zur Flughafenfeuerwehr in Leipzig oder während der abendlichen Erste-Hilfe-Kurse, die kleinen tschechischen Partner sind ebenso begeistert wie der Zeulenrodaer Nachwuchs und "sie haben alle einen großen Wissenshunger", freut sich Tschochner. So war auch der Besuch beim Ortsverband Plauen des Technischen Hilfswerk ein Erlebnis. Alles wurde in Augenschein genommen, die Unterkünfte ebenso wie die Technik des Technischen Zuges, bestehend aus Zugtrupp, Bergungsgruppe und der Fachgruppe Beleuchtung. Manches sogar gleich noch ausprobiert. Seit 2006 werden die Partnerschaftsbeziehungen gepflegt und es finden gegenseitige Besuche statt. Finanzielle Unterstützung gibts aus dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der seit 1997 als Stiftungsfonds existiert und die beidseitigen Begegnungen unterstützen, gemeinsame Projekte fördern soll. In Zeulenroda finden die Jugendcamps der Feuerwehr zusammen mit den jungen Tschechen seit 2006 statt.
Quelle: Heidi Henze; OTZ-Onlineausgabe 2009-07-30
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