Seite: | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | Runder Tisch für die Feuerwehr2010-12-17 | >>Einen "Runden Tisch" mit lokaler Wirtschaft und kommunaler Politik will Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU) im Februar einberufen, um vielfältige Probleme der Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda zu klären.
Mit dieser Ankündigung reagierte Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU) am Freitag zur Jahreshauptversammlung der Wehr auf recht deutliche Kritik an den Rahmenbedingungen.
"Wir haben Probleme über Probleme, die wir aber selbst nicht lösen können", schilderte Stadtbrandmeister Frank Tschochner in seinem gut einstündigen Leitungsbericht. "Das System krankt, es treten Sachen auf, die es früher nicht gegeben hat." Ein Beispiel: Ende November kam ein Anruf von einem Arbeitgeber, der eine Einstellung plante, sie aber gleich wieder in Frage stellte, weil der Mann ja bei der Feuerwehr sei und deshalb bei Einsätzen dem Betrieb fehle.
Die Wehrleitung sah sich zu einem Kompromiss genötigt: Der Mann bekam seinen Job und wird nun eben während der Arbeitszeit von seiner Feuerwehrtätigkeit freigestellt. Auch die Garantie, dass die Lohnausfallkosten gezahlt werden, reicht oft nicht mehr. Der Stadtbrandmeister zeigte einerseits Verständnis für die Lage der Firmen, forderte aber andererseits Lösungen, um die aktiven Kameraden am Ort zu binden "mit Hilfe der Stadt und der Unternehmerschaft."
Zurzeit zählt die Feuerwehr 77 Mitglieder, davon 45 in der Einsatzabteilung. Auf dem Papier ein guter Schnitt wie in den Vorjahren auch. Aber die Zahl derer, die nach der Alarmierung tatsächlich zur Stelle sein können, nimmt ab bzw. wird immer häufiger vakant. Und das bei gleichzeitig wachsendem Einsatzgebiet. Allein im Dezember wurde man zu 27 Hilfeleistungen gerufen.
Wer auswärts arbeitet, steht ebenso wenig zur Verfügung. Zudem fällt nächstes Jahr der Wehrdienst weg, mit ihm auch der Wehrersatzdienst und der Katastrophenschutzdienst, mahnte Tschochner. Dem Abwanderungstrend Einhalt zu gebieten, das sieht auch der Chef der Tauchergruppe, Klaus Zipfel, für unbedingt erforderlich. Er befürchtet, dass nächstes Jahr weitere junge Leute aus der Feuerwehr verschwinden.
Bei der materiellen Unterstützung kann die Wehrleitung nicht klagen. Auch wenn sie Anfang des Jahres befürchtete, die Pflichtaufgabe Feuerwehr gerate aus dem Blickfeld der Stadt. Nach einer Aussprache beim Bürgermeister seien im Nachtragshaushalt die nötigen Korrekturen erfolgt, lobte Tschochner. Auch bei anderen, nicht vorhersehbaren Ausgaben seien vom Bürgermeister und vom Ordnungsamtsleiter alle Möglichkeiten ausgereizt worden, bedankte er sich.
Der nun beschlossene Doppelhaushalt enthalte "die groben Vorstellungen der Feuerwehr". So könnten nun auch die Ortsteile mit normgerechter Einsatzkleidung ausgestattet werden. Zudem ist für 2011 das knapp 200 000 Euro teure Staffellöschfahrzeug für die Feuerwehr Pahren angekündigt. Bis 2012 komme ein Einsatzfahrzeug für die Tauchergruppe. Und auch die Ersatzbeschaffung für die teils maroden Schläuche wird möglich.
Den Rahmen der Jahreshauptversammlung nutzten auch Nico Pelz und seine Frau um ein herzliches Dankeschön auszusprechen für die Überraschung zum Polterabend und die Geschenke zur Hochzeit. Dafür bekamen die Zeulenrodaer Kameraden von dem frischen Ehepaar vier Hochleistungs-LED-Blitzer und 2500 Blatt Briefbögen für das 150-jährige Jubiläum 2013.
Quelle: OTZ-Onlineausgabe; Steffen Beikirch und Nico Pelz; 2010-12-20
Brandschutz ist Lehrstoff2010-03-20 | >>Regelmäßig wird Wissen bei Grundschülern aufgebessert.
Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Doch nicht zu Meisterehren oder sportlichen Höchstleistungen sollen die Mädchen und Jungen der Zeulenrodaer Reimann-Grundschule in dieser Woche trainiert werden, sondern zu mehr Sicherheit und Wissen in Notfällen.
Innerhalb einer Brandschutzwoche erhalten 185 Schüler der zweiten bis vierten Klassen einen Auffrischungskurs im Absätzen eines Notrufes sowie in der Ersten- Hilfe und werden geschult im Umgang mit feuergefährlichen Utensilien. Natürlich gibt es dabei auch eine Vorstellung derer, die das Feuer löschen; die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Zeulenroda.
Vier von 5 Fragewörtern, die während eines Notrufes zu beachten sind, hatten die Schüler der dritten Klasse aus dem Effeff parat. Was passiert ist, wo sie sich befinden, wieviele Verletzte es gibt und wer anruft. Das sie dann auch noch am Telefon warten sollen, falls es nachfragen gibt, wissen sie wieder seit gestern. Ebenso, wie die Schutzausrüstung eines Feuerwehrmannes aussieht.
Einen wichtigen Part nahm aber auch die Brandschutzbelehrung von Löschmeister Christian Komorowski und Hauptfeuerwehrmann Silvio Jeschkowski ein. Leim oder Spraydosen mit einem Flammenzeichen sind nichts für Kinder. Experimente zeigten die brennbaren Stoffe. Am Ende der Woche, nachdem heute stattfindenden Feueralarm, gibt es für die Schüler eine Urkunde, die sie als Brandschutzhelfer auszeichnet.
In beiden Zeulenrodaer Grundschulen hat die Brandschutzwoche inzwischen einen festen Platz im Lehrplan.
Minusrekord seit der Wende2009-12-18 | >>Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda zieht Bilanz 2009; Wenige Einsätze und offene Worte
Das gab es seit 20 Jahren nicht: Bis zu 14 Tage Pause ohne einen einzigen Feuerwehr-Einsatz. "Man hat manchmal gedacht, die haben uns aus der Rettungskette genommen", meinte Stadtbrandmeister Frank Tschochner, als er am Freitagabend das Jahr 2009 Revue passieren ließ - zur Jahreshauptversammlung im Gerätehaus Meistersweg.
Peter Kneupel, Leiter der Stützpunktfeuerwehr, hatte zuvor die zugehörigen Zahlen geliefert. 113 Alarmierungen gab es. Das ist fast ein Drittel weniger als 2008, als man noch 157 Mal zu Hilfe gerufen wurde. Damit sei 2009 mit Abstand das Jahr mit den wenigsten Einsätzen seit der Wende, konstatierte der Wehrführer. Er führte dies vornehmlich darauf zurück, dass es dieses Jahr an extremen Wetterlagen mangelte. Kein Herbststurm, kein Wintersturm, keine lang andauernden starken Niederschlagsperioden. Auch die zur Erntezeit sonst typischen Einsätze blieben aus.
Eine weitere Überraschung im positiven Sinne erfuhren die Kameraden von jenen, die ihre Hilfe in Anspruch nahmen. Mehrfach bedankten sich Brand-Opfer für die Arbeit. So gab es ein Dankeschön nach dem Küchenbrand in der Friedrich-Ebert-Straße. Und einen ganzen Grillabend nach dem Schuppenbrand in der Flur Moos. Auch das Bio-Seehotel lud zum Bowlingabend ein - als Revanche dafür, dass es 2008 der Spitzenreiter bei den Fehlalarmierungen war.
Beschäftigt hat die Kameraden im zu Ende gehenden Jahr auch die Feuerwehrrente, die ab Januar für aktive Mitstreiter eingeführt wird. "Eine gut gemeinte Geste, die aber nicht dafür geeignet ist, Kameraden zu werben oder zu halten", schätzte Stadtbrandmeister Tschochner ein. Man möge lieber Unternehmen fördern, die durch Freistellung ihrer Arbeitskräfte die Einsatzbereitschaft absichern helfen. Weitere Themen waren die neue Feuerwehrorganisationsverordnung und die daraus abgeleitete Risikobewertung, zu der es einen Stadtratsbeschluss für den künftigen Technikbedarf gab. Auch eine überarbeitete Kostensatzung wurde Ende Oktober verabschiedet.
In einem kurzen Ausblick sprach Frank Tschochner das 2013 anstehende Jubiläum "150 Jahre Feuerwehr in Zeulenroda" an, das in die Feierlichkeiten "575 Jahre Stadtrecht" eingebunden werden soll. Eine Vorbereitungskommission der Feuerwehr will bereits nächstes Jahr loslegen.
Der anschließenden Diskussion drückte vor allem Klaus Zipfel, Chef der Feuerwehr-Tauchergruppe, seinen Stempel auf. "Wir sind angekommen nach einem sehr, sehr langen Weg", kommentierte er die Fertigstellung der Tauchergarage als Anbau an das Gerätehaus. Das Objekt wurde am 2. Dezember in Betrieb genommen. Seit der Gründung der Gruppe im Mai 1991 habe man darauf warten müssen, dankte Zipfel nun allen Beteiligten. Gleichzeitig konstatierte er, es passe offensichtlich einigen nicht, dass die Taucher hier mit eingezogen sind. Sein größter Wunsch betraf deshalb eine gute Zusammenarbeit. Der Stadtbrandmeister wollte dies nicht so im Raum stehen lassen und kündigte an, es werde gleich im Januar eine gemeinsame Beratung zur Einsatzstrategie und zum Umgang miteinander folgen.
Ein Bericht von Steffen Beikirch; OTZ-Onlineausgabe 2009-12-20
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