Feuerwehr Zeulenroda-Triebes

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Brandschutz ist Lehrstoff

2010-03-20 | >>

Regelmäßig wird Wissen bei Grundschülern aufgebessert.

Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Doch nicht zu Meisterehren oder sportlichen Höchstleistungen sollen die Mädchen und Jungen der Zeulenrodaer Reimann-Grundschule in dieser Woche trainiert werden, sondern zu mehr Sicherheit und Wissen in Notfällen.

Innerhalb einer Brandschutzwoche erhalten 185 Schüler der zweiten bis vierten Klassen einen Auffrischungskurs im Absätzen eines Notrufes sowie in der Ersten- Hilfe und werden geschult im Umgang mit feuergefährlichen Utensilien. Natürlich gibt es dabei auch eine Vorstellung derer, die das Feuer löschen; die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Zeulenroda.

Vier von 5 Fragewörtern, die während eines Notrufes zu beachten sind, hatten die Schüler der dritten Klasse aus dem Effeff parat. Was passiert ist, wo sie sich befinden, wieviele Verletzte es gibt und wer anruft. Das sie dann auch noch am Telefon warten sollen, falls es nachfragen gibt, wissen sie wieder seit gestern. Ebenso, wie die Schutzausrüstung eines Feuerwehrmannes aussieht.

Einen wichtigen Part nahm aber auch die Brandschutzbelehrung von Löschmeister Christian Komorowski und Hauptfeuerwehrmann Silvio Jeschkowski ein. Leim oder Spraydosen mit einem Flammenzeichen sind nichts für Kinder. Experimente zeigten die brennbaren Stoffe. Am Ende der Woche, nachdem heute stattfindenden Feueralarm, gibt es für die Schüler eine Urkunde, die sie als Brandschutzhelfer auszeichnet.

In beiden Zeulenrodaer Grundschulen hat die Brandschutzwoche inzwischen einen festen Platz im Lehrplan.

Minusrekord seit der Wende

2009-12-18 | >>

Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda zieht Bilanz 2009; Wenige Einsätze und offene Worte

Das gab es seit 20 Jahren nicht: Bis zu 14 Tage Pause ohne einen einzigen Feuerwehr-Einsatz. "Man hat manchmal gedacht, die haben uns aus der Rettungskette genommen", meinte Stadtbrandmeister Frank Tschochner, als er am Freitagabend das Jahr 2009 Revue passieren ließ - zur Jahreshauptversammlung im Gerätehaus Meistersweg.

Peter Kneupel, Leiter der Stützpunktfeuerwehr, hatte zuvor die zugehörigen Zahlen geliefert. 113 Alarmierungen gab es. Das ist fast ein Drittel weniger als 2008, als man noch 157 Mal zu Hilfe gerufen wurde. Damit sei 2009 mit Abstand das Jahr mit den wenigsten Einsätzen seit der Wende, konstatierte der Wehrführer. Er führte dies vornehmlich darauf zurück, dass es dieses Jahr an extremen Wetterlagen mangelte. Kein Herbststurm, kein Wintersturm, keine lang andauernden starken Niederschlagsperioden. Auch die zur Erntezeit sonst typischen Einsätze blieben aus.

Eine weitere Überraschung im positiven Sinne erfuhren die Kameraden von jenen, die ihre Hilfe in Anspruch nahmen. Mehrfach bedankten sich Brand-Opfer für die Arbeit. So gab es ein Dankeschön nach dem Küchenbrand in der Friedrich-Ebert-Straße. Und einen ganzen Grillabend nach dem Schuppenbrand in der Flur Moos. Auch das Bio-Seehotel lud zum Bowlingabend ein - als Revanche dafür, dass es 2008 der Spitzenreiter bei den Fehlalarmierungen war.

Beschäftigt hat die Kameraden im zu Ende gehenden Jahr auch die Feuerwehrrente, die ab Januar für aktive Mitstreiter eingeführt wird. "Eine gut gemeinte Geste, die aber nicht dafür geeignet ist, Kameraden zu werben oder zu halten", schätzte Stadtbrandmeister Tschochner ein. Man möge lieber Unternehmen fördern, die durch Freistellung ihrer Arbeitskräfte die Einsatzbereitschaft absichern helfen. Weitere Themen waren die neue Feuerwehrorganisationsverordnung und die daraus abgeleitete Risikobewertung, zu der es einen Stadtratsbeschluss für den künftigen Technikbedarf gab. Auch eine überarbeitete Kostensatzung wurde Ende Oktober verabschiedet.

In einem kurzen Ausblick sprach Frank Tschochner das 2013 anstehende Jubiläum "150 Jahre Feuerwehr in Zeulenroda" an, das in die Feierlichkeiten "575 Jahre Stadtrecht" eingebunden werden soll. Eine Vorbereitungskommission der Feuerwehr will bereits nächstes Jahr loslegen.

Der anschließenden Diskussion drückte vor allem Klaus Zipfel, Chef der Feuerwehr-Tauchergruppe, seinen Stempel auf. "Wir sind angekommen nach einem sehr, sehr langen Weg", kommentierte er die Fertigstellung der Tauchergarage als Anbau an das Gerätehaus. Das Objekt wurde am 2. Dezember in Betrieb genommen. Seit der Gründung der Gruppe im Mai 1991 habe man darauf warten müssen, dankte Zipfel nun allen Beteiligten. Gleichzeitig konstatierte er, es passe offensichtlich einigen nicht, dass die Taucher hier mit eingezogen sind. Sein größter Wunsch betraf deshalb eine gute Zusammenarbeit. Der Stadtbrandmeister wollte dies nicht so im Raum stehen lassen und kündigte an, es werde gleich im Januar eine gemeinsame Beratung zur Einsatzstrategie und zum Umgang miteinander folgen.

Ein Bericht von Steffen Beikirch; OTZ-Onlineausgabe 2009-12-20

Brandschutz muss erheblich aufstocken

2009-08-24 | >>

Feuerwehrverordnung fordert Investitionen

Die neue Thüringer Feuerwehr-Organisationsverordnung zwingt auch die Doppelstadt zum Handeln. Nächste Woche Mittwoch soll der Stadtrat die Risikobewertung für Zeulenroda-Triebes und alle Ortsteile bestätigen. Damit verknüpft sind Neu- und Ersatzbeschaffungen von Feuerwehrtechnik, die bis 2018 Investitionen von etwa 1,25 Millionen Euro erfordern. Davon hätte die Stadt knapp 827 000 Euro allein zu schultern.

Die Einstufung in Risikoklassen hängt vom Gebäudebestand und den Nutzungsarten im jeweiligen Ort ab. Aus dieser Bewertung ergibt sich die Verpflichtung für die Stadt, einen Mindestbedarf an Fahrzeugen und Sonderausstattung vorzuhalten. Die örtliche Feuerwehr-Führungsebene und die Stadtverwaltung haben bereits eine mittelfristige Planung erarbeitet, um die nötigen Neu- oder Ersatzkäufe auch sinnvoll auf die nächsten Jahre zu strecken.

Der Anfang ist für 2011 vorgesehen - mit einem Staffellöschfahrzeug für Pahren, das als Ersatz für den altersschwachen LO von 1982 kommt. Kostenpunkt: rund 180.000 Euro. Ein Jahr später sollen die Zeulenrodaer Feuerwehrtaucher für jeweils 25.000 Euro ein Einsatzfahrzeug und ein Boot erhalten. 2013 wäre die Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda mit einem Hilfeleistungslöschfahrzeug für zirka 350.000 Euro dran, wobei wegen der übergreifenden Bedeutung der Wehr das Land und der Landkreis hier mitfinanzieren. 2014 soll ein gemeinsamer Feuerwehrstützpunkt für Läwitz und Förthen entstehen, was sich durch die räumliche Nähe beider Ortsteile und die aktuelle Personalschwäche anbietet. Kosten: etwa eine Viertelmillion. In den Folgejahren 2015, 2016 und 2018 sind Fahrzeugersatzbeschaffungen in Niederböhmersdorf, Stelzendorf und Weckersdorf ins Auge gefasst. Alle drei Wehren sollen ein Tragkraftspritzenlöschfahrzeug-Wasser (TSF-W) für je 140.000 Euro erhalten. Synergieeffekt wäre eine Erst- oder Besserversorgung anderer Ortsteile. Das bisherige Niederböhmersdorfer Kleinlöschfahrzeug könnte nach Läwitz/Förthen wechseln und der B 1000 aus Weckersdorf würde Leitlitz endlich zu einem Auto verhelfen.

In der Vorberatung im Hauptausschuss erkannte Michael Glock (CDU) den enormen Aufwand, der da ins Haus steht. Doch seine Idee, lieber den Stützpunkt Zeulenroda ordentlich aufzustocken, musste Stadtbrandmeister Frank Tschochner ablehnen. Das reicht nicht, um in zehn Minuten an jedem Teil der Doppelstadt zu sein. Herbert Jende (Linke) hätte das Land gern mehr in die Pflicht genommen. Denn die Investitionen würden ja durch dessen Forderungen erst nötig, der Landesanteil an der Finanzierung sei aber eher gering. "Alles, was an Fördermitteln kommt, hilft", entgegnete Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU). Man müsse damit zufrieden sein, denn die Feuerwehr sei nunmal eine Pflichtaufgabe.

Quelle: Steffen Beikirch; OTZ-Onlineausgabe vom 24.08.2009

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