Seite: | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | Tödlicher Rundflug bei Schleiz2010-05-23 | >>Beim Absturz eines Helikopters am Pfingstsonntag nahe Schleiz sind alle vier Insassen ums Leben gekommen. Die Ursache ist noch unklar. Es deutet aber einiges darauf hin, dass dem Hubschrauber der Treibstoff ausgegangen war.
Mönchgrün. "Er war ein ruhiger und sicherer Pilot", sagt Gisela Krösel. Die Bürgermeisterin von Moßbach kannte Andreas B., der beim Absturz seines Hubschraubers mit seinen drei Fluggästen ums Leben kam, gut. "Ich bin selbst schon mit ihm geflogen", berichtet sie allerdings mit seinem Flugzeug, einer kleinen Propellermaschine. Den Hubschrauber habe B. erst vor gut einem Monat angeschafft. Es sei vermutlich sein erster Hubschrauberflug mit Gästen gewesen. Trotzdem, an seinen Fähigkeiten zweifelt Gisela Krösel nicht: "Er wollte mich auch beim ersten Mal mitnehmen." B. habe am Wochenende noch versucht, sie anzurufen: "Aber ich war nicht zu Hause. Sonst wäre ich vielleicht mitgeflogen", sagt die Bürgermeisterin leise.
Gestartet war der Hubschrauber vom Typ Fairchild-Hiller FH 1100 am Pfingstsonntag vermutlich von einem privaten Start- und Landeplatz in Moßbach, was die Polizei aber gestern noch nicht bestätigte. An Bord waren der 49-jährige B. sowie ein 50-Jähriger aus Görkwitz und ein 50-Jähriger mit seinem 22-Jährigen Sohn aus Oettersdorf. Beide Orte gehören zur selben Verwaltungsgemeinschaft wie Moßbach. Gegen 16.30 Uhr stürzte der Helikopter in Mönchgrün bei Schleiz auf ein Feld am Waldrand. Laut Augenzeugen fiel er wie ein Stein aus rund 50 Metern Höhe herunter. In der Nacht zu gestern bargen Polizei und Feuerwehr die Leichen und das Wrack. Experten vom Luftfahrtbundesamt suchen nach der Ursache des Absturzes.
Noch steht diese nicht fest. Es gibt aber Anzeichen, dass dem 1968 gebauten Hubschrauber der Treibstoff ausgegangen war. Ein Augenzeuge sagte unserer Zeitung, der Helikopter habe vor dem Absturz Aussetzer gehabt. Ein Ohrenzeuge bestätigte, den Motor stottern gehört zu haben. Zudem habe das Wrack nicht gebrannt und nicht nach Benzin gerochen, so Feuerwehr-Einsatzleiter Ronny Schuberth am Sonntagabend. Ein Polizeisprecher betonte aber gestern, im Ackerboden an der Absturzstelle habe man "Betriebsstoffe" gefunden. Ob es sich um Motoröl oder Treibstoff handele, müsse noch ermittelt werden.
Moßbachs Bürgermeisterin Gisela Krösel will nicht über Ursachen spekulieren. Fest stehe, sagt sie mit belegter Stimme, dass das Dorf mit Andreas B. einen sehr engagierten Bewohner verliere. Der Unternehmer war im Gemeindeleben aktiv und hat zudem viel gespendet, ob für den Sportverein oder den Kindergarten. Seine Leidenschaft fürs Fliegen war "im ganzen Kreis bekannt", erklärt eine junge Frau aus Moßbach, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. "Er wollte so viel schaffen", sagt Gisela Krösel. Von Moßbach aus habe B. zum Beispiel Rundflüge anbieten und so helfen wollen, das Gewerbegebiet wieder zu beleben.
Aber jetzt hat die Bürgermeisterin keine Zeit mehr. Eine Sache ist wichtiger als Gespräche über große Pläne. Sie will einen Besuch machen und ihr Beileid ausdrücken: Bei der Lebensgefährtin des Verunglückten.
Quelle: Malte Wicking TA; OTZ-Onlineausgabe vom 25.05.10
Hubschrauberabsturz: Leichen identifiziert2010-05-23 | >>Eine Tragödie ereignete sich am Pfingstsonntag am Ortsrand des Schleizer Ortsteiles Mönchgrün, der in unmittelbarer Nachbarschaft zur Autobahn A 9 liegt.
Mönchgrün. Aus bisher ungeklärter Ursache stürzte gegen 16.30 Uhr ein Helikopter vom Typ Fairchild-Hiller FH 1100 aus etwa 50 Metern Höhe wie ein Stein zu Boden und zerschellte. Laut Polizeiangaben vor Ort kamen dabei alle vier Insassen ums Leben. Die vier männlichen Insassen stammen aus dem Landkreis Saale-Orla. Bei dem Piloten handelt es sich um einen 49jährigen. Der Jüngste der getöteten Insassen war 22 Jahre alt. Die beiden anderen waren 50 jährig. Noch in der Nacht wurden die Leichen geborgen und untersucht.
Bei dem Flug handelte es sich um einen rein privat organisierten Rundflug, der in Moßbach startete. Das auf der Seite liegende völlig zertrümmerte Fluggerät, zu dessen Typ zunächst keine Angaben gemacht wurden, ist nicht in Flammen aufgegangen, borte sich aber regelrecht in den Boden. Nach bisherigen Erkentnissen scheint der Helikopter auch nicht mit der etwa 150 Meter entfernten Hochspannungstrasse in Berührung gekommen zu sein. Vielmehr näherte sich der Hubschrauber aus Richtung Möschlitz nach Mönchgrün und bog dann aber kurz vor dem Ort zum Waldrand ab, um in Richtung Volksmannsdorf weiter zu fliegen.
Nach Zeugenaussagen ist der Hubschrauber dabei wohl in eine Art Sinkflug übergegangen und stürzte dann am Waldrand senkrecht ab. Die Ermittlungen zur Absturzursache hat inzwischen das Luftfahrtbundesamt übernommen, dessen aus Braunschweig herbei geeilte Spezialisten am Abend an der Unglücksstelle eintrafen.
Wie Polizeirat Heiko Steinbiß, Leiter der Polizeiinspektion Saale-Orla, vor Ort bestätigte, sicherten die unverzüglich alarmierten Beamten der Polizeiinspektion Saale-Orla sowie Saalfelder Kriminalpolizisten mit Unterstützung der Schleizer Feuerwehr die Absturzstelle weiträumig ab und führten erste Beweissicherungsmaßnahmen durch.
Quelle: Karl-Heinz Putzman; OTZ-Onlineausgabe vom 24.05.2010
Haus durch Brand unbewohnbar2010-02-16 | >>Sauna ist vermutlich der Auslöser für den Brand in einem Haus in Obergrochlitz
Dicke Rauchschwaden quollen bereits aus Fenstern und Türen eines Zweifamlienhauses Am Salzacker in Greiz-Obergrochlitz, als gestern die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr des Ortsteiles mit ihrem modernen Tragkraftspritzenfahrzeug anrückten. Kurz darauf trafen 17 weitere Feuerwehrleute der Stützpunktfeuerwehr mit Tanklöschfahrzeug, Löschgruppen- und Führungsfahrzeug sowie der großen Drehleiter am Ort des Geschehens, unmittelbar neben der Turnhalle der Carolinenschule, ein.
Die Alarmierung erfolgte 12.12 Uhr über die Rettungsleitstelle. Die Obergrochlitzer Holger Häberlein und Thomas Schüler waren als erste Feuerwehrmänner vor Ort.
"Wir erkannten das Ausmaß des Feuers und haben sofort Hilfe angefordert", sagte Holger Häberlein. Durch Befragung der Nachbarn erfuhren sie, dass eine ältere Person das Haus noch rechtzeitig verlassen konnte. Ihnen war klar, dass sie ohne Atemschutz das bereits total verqualmte Gebäude nicht betreten konnten.
In voller Montur rückten sie mit weiteren Feuerwehrmännern nach und nach in das Wohnhaus ein, schließlich mussten sie sich vergewissern, dass sich tatsächlich keine weitere Personen darin befanden. "Es war unglaublich heiß und der Qualm war so dicht, dass wir kaum etwas sehen konnten, wir haben uns mehr oder weniger schrittweise bis ins obere Stockwerk vorgetastet", sagte er weiter.
Glücklicherweise hielten sich zum Zeitpunkt des Brandes keine weiteren Menschn in dem erst vor nicht all zu langer Zeit sanierten Haus auf.
Während der erste Löschangriff mit Wasser aus dem 2500 Liter fassenden Tank ihres Fahrzeuges erfolgte, legten weitere Feuerwehrleute den mit Schnee und Eis bedeckten Hydranten frei. Um die Löscharbeiten im oberen Stockwerk schneller vornehmen zu können, wurde der Korb der Drehleiter mit zwei Kameraden in Atemschutzkleidung an das Fenster herangefahren.
Plötzlich schlugen Flammen aus einem Kellerfenster an der Nordseite des Gebäudes und entzündeten einen Holzstapel. Nur durch schnelles Eingreifen wurde hier ein weiteres Ausbreiten des Brandes verhindert. Klar war, dass der Brand im Keller des Hauses ausgebrochen sein musste. Erste Vermutungen bestätigten sich nicht, dass ein Defekt an der Ölheizung die Ursache war, vielmehr ist der Auslöser vermutlich im Saunabereich zu suchen.
Das Haus ist vorerst nicht mehr bewohnbar, wahrscheinlich haben sich die Eisenträger verzogen.
Ein Bericht von Christian Freund; OTZ-Onlineausgabe vom 16.02.2010
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