Seite: | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | Für ehemaligen Weißendorfer Bürgermeister kommt jede Hilfe zu spät2010-05-25 | >>Fassungslos standen Anwohner und Feuerwehrleute gestern Vormittag auf der Weißendorfer Ortsstraße. Ein 54-jähriger Mann, allen bestens bekannt, war gegen 10.10 Uhr mit seinem Auto ungebremst gegen eine gemauerte Gartensäule gefahren.
Wie der Notarzt später ermittelte, hatte der schwer zuckerkranke Weißendorfer hinterm Steuer einen Herzinfarkt erlitten. Sein Körper verkrampfte, so dass er die Kontrolle über seinen Kleinwagen vom Typ Honda Logo verlor und auf dem Weg hinunter ins Dorf vermutlich sogar noch Gas gab, um unweit seines Wohngebäudes gegen die Einzäunung von Hausnummer 71 zu prallen. Säule und Grundmauer der Einfriedung sind zerstört, das Auto auch. "Ich habe einen lauten Knall gehört, aus dem Fenster gesehen und bin sofort runter gerannt", schilderte Anwohner Kurt Kleinert. Gemeinsam mit Bianca Tamme, die wenig später mit dem Auto um die Ecke bog, versuchte er den Fahrer aus dem Wrack zu befreien. Was aber misslang, weil er eingeklemmt war. "Ich habe versucht, Puls zu fühlen, aber da war schon nichts mehr", erzählt Bianca Tamme, die sofort die Rettungsleitstelle rief.
Gegen 10.17 Uhr ging die Sirene im Dorf. Als die örtliche Feuerwehr mit fünf Leuten anrückte, war der Notarzt bereits da, berichtete Einsatzleiter Sören Begemann. Auch Feuerwehrunterstützung aus Triebes und Zeulenroda eilte noch zum Unfallort. Die einzig verbliebene Aufgabe: Ölbindemittel ausbringen und den nächsten Gully versiegeln. Schließlich befand man sich im Trinkwassereinzugsgebiet.
Quelle: Steffen Beikirch; OTZ-Onlineausgabe vom 25.05.2010
Ermittlungen zum Zeulenrodaer Müll-Brand dauern an2010-05-06 | >>Nach dem Brand vor genau einer Woche in der Recyclinganlage in Zeulenroda sind die behördlichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.
Das Greizer Umweltamt prüft im Rahmen seiner Zuständigkeit, ob eventuell Auflagen beim Betrieb der Anlage in der Flur Tscherlich verletzt worden sind. Zu Ergebnissen konnte Frank Korn, Abteilungsleiter im Landratsamt, auf OTZ-Anfrage noch nichts sagen.
Auch die Kripo Gera untersucht noch immer die Brandursache und bestätigte, dass dies der inzwischen fünfte Brand auf dem Gelände der Firma Baier bzw. B & B Containerdienst gewesen ist. Der Einschätzung von Gerd Baier, dass es sich stets um Brandstiftung gehandelt habe, wollen die Beamten so absolut nicht zustimmen.
Ob es Brandstiftung war oder nicht, könne bei einer solchen Anlage nie zu hundert Prozent aufgeklärt werden, gab Maren Tschuck von der Polizeidirektion Gera die Äußerungen der Ermittler wieder.
Bei manchen Ereignissen der Vergangenheit habe man dies nicht ausschließen können, so im Jahre 2006, als Ende Oktober eine Arbeitsmaschine und ein davor befindlicher Holzhaufen brannte, oder im Jahre 2003, als am frühen Morgen des 1. Mai unzählige Altreifen 16 Stunden lang in Flammen standen. Allerdings gelang es der Polizei nie, einen Täter zu ermitteln.
Bei anderen Bränden, wie zum Beispiel am 21./22. Februar 2009, habe es eher keine Hinweise auf Brandstiftung gegeben. Ein Müllberg auf schätzungsweise 1000 Quadratmeter Fläche hatte sich damals durch innere Wärmeentwicklung selbst entzündet. So etwas könne nicht ausgeschlossen werden, weil ja im Müll biologische Prozesse ablaufen, erklärte Maren Tschuck.
Quelle: Steffen Beikirch; OTZ-Onlineausgabe vom 06.05.10
Recycling-Firma geht von Brandstiftung in Zeulenroda aus; Kripo ermittelt2010-04-29 | >>Der Brand in einer Recycling-Anlage in Zeulenroda (Landkreis Greiz) hielt gestern den ganzen Tag lang mindestens 60 Feuerwehrleute in Atem. Zirka 200 Tonnen Baumischabfälle brannten dabei in der Flur Tscherlich. Zeulenroda. Um 7.29 Uhr wurden zunächst die Wehren aus Zeulenroda und Triebes alarmiert. Sie fanden einen Teil der Anlage unter Vollbrand vor, wie Stadtbrandmeister Frank Tschochner als Einsatzleiter berichtete. Nach Angaben der Polizei brannten aus bisher ungeklärter Ursache auf einer Fläche von insgesamt hundert Quadratmetern zwei Mieten mit Restmüll. Die Rauchwolke war bis nach Weida zu sehen, von wo ebenfalls die Feuerwehr angefordert wurde. Weitere Kräfte kamen aus Niederböhmersdorf, Hohenleuben, Langenwetzendorf und Greiz.
Auch Gefahrgut-Spezialtechnik aus Münchenbernsdorf und Hohenleuben wurde eingesetzt. Die Schadstoffmessungen im näheren Umfeld ergaben nach Mitteilung des Umweltamtes Greiz keine Gefährdung der Bevölkerung. Dennoch rief die Polizei mit Lautsprecherdurchsagen dazu auf, wegen der Geruchsbelästigung Fenster und Türen zu schließen sowie den Aufenthalt im Freien zu vermeiden.
Gegen 8.30 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, jedoch auch am frühen Abend noch nicht endgültig gelöscht. Schwere Technik, darunter auch vom Technischen Hilfswerk Gera, half, die Haufen auseinander zu ziehen, um die Löscharbeiten zu unterstützen.
Zum fünften Mal seit 2003 musste die Feuerwehr dort anrücken. Auf diese Häufung angesprochen, erklärt Gerd Baier, es habe sich stets um Brandstiftung gehandelt. Aber genau aufgeklärt worden sei dies nie, betont er als Geschäftsführer der B & B Containerdienst GmbH, die den Platz betreibt und Baier Recycling als Dienstleister unter Vertrag hat. "Wir vermuten auch in diesem Fall Brandstiftung", so Baier gestern Abend. Das Gelände sei zwar rund herum eingefriedet. "Aber wenn einer rein will, kommt er rein."
Während die Kriminalpolizei noch keine Ursache nennen kann und "in alle Richtungen" ermittelt, kündigt die Firma bereits umfangreiche Konsequenzen an. Man werde zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung ergreifen, sagt Baier und nennt höhere Zäune und eine Videoüberwachung. Die Brandschutzvorschriften seien alle eingehalten, betont er. Ein Mitarbeiter habe gegen 7.20 Uhr das Feuer festgestellt, als er einen Lkw verladen wollte. Mit Feuerlöschern sei man den Flammen zunächst zu Leibe gerückt. An einem Bagger sei ein Schaden von rund 35 000 Euro entstanden.
Wie das Greizer Umweltamt erklärte, habe keine Gefahr für die Bevölkerung und die Natur bestanden. "Das Gelände ist komplett mit Trennsystem und Ölabscheider versehen", bestätigt Gerd Baier. Zudem gebe es in einem Auffangbehälter einen Löschwasservorrat von 30 000 Litern.
Um den Überlauf dieser Zisterne in den Triebesbach zu kontrollieren, war der Zweckverband WAZ im Einsatz, berichtete der Zeulenroda-Triebeser Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU). Man habe abgepumpt und die kontaminierten Abwässer überprüft, bevor sie in die Kläranlage gingen. Die Fernwasserversorgung habe bei der Bereitstellung von Löschwasser geholfen. Er lobte dazu die Einsatzkräfte: "Damit ist mit Sicherheit Schlimmeres verhindert worden."
Quelle: Steffen Beikirch; OTZ-Onlineausgabe vom 29.04.10
Bilder von der Einsatzstelle:
Fotonachweis: OTZ, Jubold, Junghans, Schack; siehe Bildsignatur
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