Das Sturmtief Kyrill hat gezeigt, dass auch in den entlegendsten Waldgebieten manchmal Hilfe von Nöten sein kann. Um für solche Situationen gewappnet zu sein, wurde in Zusammenarbeit mit dem Revierleiter des Bundesforstes, Robert Zimmermann, und der Stützpunktwehr der Freiwilligen Feuerwehr Zeulenroda ein Forstunfall mitten im 2000 Hektar großen Bundesforstgebiet zwischen der Petersburg und Pöllwitz inszeniert.
Auch Revierförster Robert Zimmermann hat das Sturmtief zu denken gegeben. "Es existiert zwar ein Notfallplan, doch baut dieser nur auf der Theorie auf. Die Praxis kommt zu kurz", fürchtet Zimmermann. Bis gestern Nachmittag um 17.01 Uhr, als die Zeulenrodaer Kameraden in das Waldgebiet gerufen wurden. Als extreme Situation mit Gefahr für Leib und Leben beschreibt Zimmermann die Unfallstelle. Vorgefunden haben die Kameraden ein Fahrzeug mit einer eingeklemmten verletzten Person. Der PKW selbst war von umgestürzten Bäumen beschädigt, eingeklemmt und rund herum lagen ebenso riesige Baumstämme. Zusätzlich musste ein Hubschrauberlandeplatz abgesichert werden. Mit Hilfe der Forstmitarbeiter wurden die Kameraden an die Unglücksstelle geführt. 18 Kameraden waren mit vier Einsatzfahrzeugen nach neun Minuten vor Ort.
Mit Motorsägen wurde den Bäumen zu Leibe gerückt, Schere und Spreizer wurden benötigt, um die verletzte Person aus dem Fahrzeug zu befreien. Extrem an dem fiktiven Unfall war nicht nur die Unglücksstelle, sondern gestern auch das Wetter. Der Himmel hatte seine Schleusen weit geöffnet. "Es ist eine Übung", erinnerte Stadtbrandmeister Frank Tschochner, als die Kameraden allzu vorsichtig mit den Motorsägen umgingen. Zimmermann dagegen schaute schon etwas genauer hin. Schließlich hatte er erst vor zwei Wochen bei den Zeulenrodaer Kameraden einen Lehrgang im Umgang mit der Motorsäge durchgeführt. Auch Einsatzleiter Andreas Schneider musste so manchen Ratschlag in puncto Organisation und Koordinierung der Arbeiten geben, um den Einsatz schnellstmöglich und auch ohne Gefahr beenden zu können.
Ein Dank gilt Liesbeth Fischer vom DRK für das Schminken der Verletzen und dem Autohof Schaub für den Pkw.
Quelle: Heidi Henze, OTZ-Onlineausgabe 2007-09-27
































