Feuerwehr Triebes trainiert Wasserrettung und Schock-Versorgung

20 Kameraden der Triebeser Freiwilligen Feuerwehr trainierten am Donnerstagabend im Rahmen ihrer Ausbildung im Naturfreibad die Wasserrettung

Der Tipp klang seltsam aus dem Mund eines Mannes, von dem man eigentlich Hilfe erwartet. "Reicht dem Ertrinkenden niemals die Hand!" Doch Klaus Zipfel, Chef der Feuerwehr-Tauchergruppe Zeulenroda, weiß, wovon er spricht. "In lebensbedrohlichen Zuständen entwickeln die Menschen unwahrscheinliche Kräfte." Am Ende also könne falsches Verhalten dazu führen, dass neben dem zu Rettenden auch noch die Retter im Wasser liegen und selbst Hilfe brauchen. Ein Seil, ein Paddel oder ein anderer Gegenstand seien für die Kontaktaufnahme folglich sicherer.

Diese und weitere Erkenntnisse nahmen 20 Kameraden der Triebeser Freiwilligen Feuerwehr am Donnerstagabend dankbar auf. Im Rahmen ihrer Ausbildung trainierten sie im Naturfreibad die Wasserrettung. Dafür wurde das feuerwehreigene Schlauchboot zu Wasser gelassen, der Motor vorher demontiert. Mit vorschriftsmäßig angelegten Schwimmwesten ruderte die Besatzung Klemens Köhler, Marcus Winkler und Klaus Neupert los, um zunächst Michael Schmidt und dann Claudia Stamm herauszufischen.

Immer seitlich beidrehen, riet Klaus Zipfel und erinnerte ein weiteres Mal an die Eigensicherung. Zwei Leute ziehen das Opfer ins Boot, während der Dritte die ganze Chose ausbalanciert. Ist die Person an Bord, ziehen bei einem Gewässer dieser Größenordnung am besten die Kameraden an Land die ganze Truppe mit dem Seil ans Ufer. Das geht schneller, als zu rudern. Und Zeit ist bei der Rettung ja das, was man am wenigsten hat.

Michael Schmidt wurde an Land von seinen Feuerwehrkameraden Michail Syhre und Gordon Schütz übernommen. Beide machen derzeit, wie vier andere, eine Feuerwehr-Ausbildung zum Rettungshelfer, konnten gleich erste Fertigkeiten anwenden. Vorsorglich wurde Schmidt eine Halskrause angelegt und wegen einer "Verletzung" der rechte Unterschenkel geschient. Mit Stethoskop und Blutdruckmessgerät überwachte man indes die Vitalfunktionen.

"Der Blutdruck rauscht in der Regel richtig runter, während die Herzfrequenz steigt." Woran man einen Schock erkennt und was man dann am besten unternimmt, steuerte Jens Krüger, Feuerwehrmann und gelernter Rettungsassistent, zu dieser Ausbildungseinheit der besonderen Art bei.

Quelle: Steffen Beikirch; OTZ-Onlineausgabe 2010-07-03