Das gab es seit 20 Jahren nicht: Bis zu 14 Tage Pause ohne einen einzigen Feuerwehr-Einsatz. "Man hat manchmal gedacht, die haben uns aus der Rettungskette genommen", meinte Stadtbrandmeister Frank Tschochner, als er am Freitagabend das Jahr 2009 Revue passieren ließ - zur Jahreshauptversammlung im Gerätehaus Meistersweg.
Peter Kneupel, Leiter der Stützpunktfeuerwehr, hatte zuvor die zugehörigen Zahlen geliefert. 113 Alarmierungen gab es. Das ist fast ein Drittel weniger als 2008, als man noch 157 Mal zu Hilfe gerufen wurde. Damit sei 2009 mit Abstand das Jahr mit den wenigsten Einsätzen seit der Wende, konstatierte der Wehrführer. Er führte dies vornehmlich darauf zurück, dass es dieses Jahr an extremen Wetterlagen mangelte. Kein Herbststurm, kein Wintersturm, keine lang andauernden starken Niederschlagsperioden. Auch die zur Erntezeit sonst typischen Einsätze blieben aus.
Eine weitere Überraschung im positiven Sinne erfuhren die Kameraden von jenen, die ihre Hilfe in Anspruch nahmen. Mehrfach bedankten sich Brand-Opfer für die Arbeit. So gab es ein Dankeschön nach dem Küchenbrand in der Friedrich-Ebert-Straße. Und einen ganzen Grillabend nach dem Schuppenbrand in der Flur Moos. Auch das Bio-Seehotel lud zum Bowlingabend ein - als Revanche dafür, dass es 2008 der Spitzenreiter bei den Fehlalarmierungen war.
Beschäftigt hat die Kameraden im zu Ende gehenden Jahr auch die Feuerwehrrente, die ab Januar für aktive Mitstreiter eingeführt wird. "Eine gut gemeinte Geste, die aber nicht dafür geeignet ist, Kameraden zu werben oder zu halten", schätzte Stadtbrandmeister Tschochner ein. Man möge lieber Unternehmen fördern, die durch Freistellung ihrer Arbeitskräfte die Einsatzbereitschaft absichern helfen. Weitere Themen waren die neue Feuerwehrorganisationsverordnung und die daraus abgeleitete Risikobewertung, zu der es einen Stadtratsbeschluss für den künftigen Technikbedarf gab. Auch eine überarbeitete Kostensatzung wurde Ende Oktober verabschiedet.
In einem kurzen Ausblick sprach Frank Tschochner das 2013 anstehende Jubiläum "150 Jahre Feuerwehr in Zeulenroda" an, das in die Feierlichkeiten "575 Jahre Stadtrecht" eingebunden werden soll. Eine Vorbereitungskommission der Feuerwehr will bereits nächstes Jahr loslegen.
Der anschließenden Diskussion drückte vor allem Klaus Zipfel, Chef der Feuerwehr-Tauchergruppe, seinen Stempel auf. "Wir sind angekommen nach einem sehr, sehr langen Weg", kommentierte er die Fertigstellung der Tauchergarage als Anbau an das Gerätehaus. Das Objekt wurde am 2. Dezember in Betrieb genommen. Seit der Gründung der Gruppe im Mai 1991 habe man darauf warten müssen, dankte Zipfel nun allen Beteiligten. Gleichzeitig konstatierte er, es passe offensichtlich einigen nicht, dass die Taucher hier mit eingezogen sind. Sein größter Wunsch betraf deshalb eine gute Zusammenarbeit. Der Stadtbrandmeister wollte dies nicht so im Raum stehen lassen und kündigte an, es werde gleich im Januar eine gemeinsame Beratung zur Einsatzstrategie und zum Umgang miteinander folgen.
Ein Bericht von Steffen Beikirch; OTZ-Onlineausgabe 2009-12-20