Die neue Thüringer Feuerwehr-Organisationsverordnung zwingt auch die Doppelstadt zum Handeln. Nächste Woche Mittwoch soll der Stadtrat die Risikobewertung für Zeulenroda-Triebes und alle Ortsteile bestätigen. Damit verknüpft sind Neu- und Ersatzbeschaffungen von Feuerwehrtechnik, die bis 2018 Investitionen von etwa 1,25 Millionen Euro erfordern. Davon hätte die Stadt knapp 827 000 Euro allein zu schultern.
Die Einstufung in Risikoklassen hängt vom Gebäudebestand und den Nutzungsarten im jeweiligen Ort ab. Aus dieser Bewertung ergibt sich die Verpflichtung für die Stadt, einen Mindestbedarf an Fahrzeugen und Sonderausstattung vorzuhalten. Die örtliche Feuerwehr-Führungsebene und die Stadtverwaltung haben bereits eine mittelfristige Planung erarbeitet, um die nötigen Neu- oder Ersatzkäufe auch sinnvoll auf die nächsten Jahre zu strecken.Der Anfang ist für 2011 vorgesehen - mit einem Staffellöschfahrzeug für Pahren, das als Ersatz für den altersschwachen LO von 1982 kommt. Kostenpunkt: rund 180.000 Euro. Ein Jahr später sollen die Zeulenrodaer Feuerwehrtaucher für jeweils 25.000 Euro ein Einsatzfahrzeug und ein Boot erhalten. 2013 wäre die Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda mit einem Hilfeleistungslöschfahrzeug für zirka 350.000 Euro dran, wobei wegen der übergreifenden Bedeutung der Wehr das Land und der Landkreis hier mitfinanzieren. 2014 soll ein gemeinsamer Feuerwehrstützpunkt für Läwitz und Förthen entstehen, was sich durch die räumliche Nähe beider Ortsteile und die aktuelle Personalschwäche anbietet. Kosten: etwa eine Viertelmillion. In den Folgejahren 2015, 2016 und 2018 sind Fahrzeugersatzbeschaffungen in Niederböhmersdorf, Stelzendorf und Weckersdorf ins Auge gefasst. Alle drei Wehren sollen ein Tragkraftspritzenlöschfahrzeug-Wasser (TSF-W) für je 140.000 Euro erhalten. Synergieeffekt wäre eine Erst- oder Besserversorgung anderer Ortsteile. Das bisherige Niederböhmersdorfer Kleinlöschfahrzeug könnte nach Läwitz/Förthen wechseln und der B 1000 aus Weckersdorf würde Leitlitz endlich zu einem Auto verhelfen.
In der Vorberatung im Hauptausschuss erkannte Michael Glock (CDU) den enormen Aufwand, der da ins Haus steht. Doch seine Idee, lieber den Stützpunkt Zeulenroda ordentlich aufzustocken, musste Stadtbrandmeister Frank Tschochner ablehnen. Das reicht nicht, um in zehn Minuten an jedem Teil der Doppelstadt zu sein. Herbert Jende (Linke) hätte das Land gern mehr in die Pflicht genommen. Denn die Investitionen würden ja durch dessen Forderungen erst nötig, der Landesanteil an der Finanzierung sei aber eher gering. "Alles, was an Fördermitteln kommt, hilft", entgegnete Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU). Man müsse damit zufrieden sein, denn die Feuerwehr sei nunmal eine Pflichtaufgabe.
Quelle: Steffen Beikirch; OTZ-Onlineausgabe vom 24.08.2009